Ich schaue jetzt immer mehr als zweimal hin!

Photoalbum

Als ich das Haus meiner lieben Großtante zum ersten Mal betrat, ging ich etwas achtlos an all den vielen Fotografien vorbei. Diese hingen ordentlich gerahmt überall in den Räumen.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, habe ich die Räume nach und nach mit Hilfe von Patek renoviert und nach meinen Vorstellungen in mein Heim umgewandelt. Doch ich habe nichts weggeworfen! Auch als Patek vorschlug, man könne „den alten Plunder“ doch einfach verbrennen, habe ich das gleich vehement abgelehnt. Ich habe alles gut eingepackt, auch wenn mein Helfer wegen der Kistentragerei etwas murrte, und die Sachen in Ehren in die kleine kleine Scheune geräumt.

Es war dann jetzt im schönen Monat März, dass ich ganz altmodisch meine Vorräte prüfen wollte. Dies gehört zu einer guten Hauswirtschaft unbedingt dazu, meine ich, und als ich im Keller die Weinvorräte nachgesehen hatte, ging ich endlich auch mal wieder in die Scheune. Die kleine Nebenscheune, in der ich die Zusatznahrung für meine Tiere aufbewahre. Die hatten aber ganz schön viel gefressen im Winter, stellte ich fest, und schrieb mir gleich auf, was ich nachbestellen musste.

Fotos aus längst vergangener Zeit

Ich setzte mich auf eine der Kisten und *hops* brach der Deckel durch. Ich lachte und lachte, wie ich da in der Kiste saß. Meine Lagerliste lag im Streu und ich sah zwischen meinen Lachtränen einen alten Fotoapparat und einige Fotoalben. Ich rappelte mich aus der Kiste raus und nahm ein Album zur Hand. Ich ließ mich mich auf einen Strohballen nieder und betrachtete die Bilder. Unter den Bildern von Frauen, die Tennis spielten – und im ganzen Album waren es nur Bilder mit Tennis spielenden Frauen, standen Unterschriften in der alten deutschen Schrift, die ich nicht lesen konnte, aber es waren auch Ausschnitte aus Zeitungen darin. Ur-Großtante Undine muss eine tolle Tennisspielerin gewesen sein!

Also betrachtete ich die Fotos erneut und sah mir die altmodische Kleidung an. Mit so viel Stoff rennen! Mit den langen Kleidern Sport treiben konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, dass das Spaß gemacht hat.

Etwas gedankenverloren blätterte ich ein letztes Mal durch das Album, und da erkannte ich etwas! Einer der Tennisplätze hatte im Hintergrund eine dichte Hecke mit einer hölzernen Gartenpforte. Die kam mir so bekannt vor, und dann hatte ich es! Diese Hecke war an einem Ende meines Gartengrundstücks, und die Tür hatte ich auch gesehen. Aber ich dachte, die Tür führe hinaus auf die Nachbarfelder.

Eine verschlossene Pforte

Ich ging mit dem Fotoalbum unter dem Arm zum Ende des Gartens und tatsächlich! es war die Tür auf dem Foto. Ich blicke durch die Stäbe, und da lag vor mir ein Tennisfeld.

Ich drückte auf die wunderbar verzierte Türklinke. Das Tor war nicht verschlossen. Es quietschte zwar gewaltig und war schwer zu bewegen, aber mit etwas Mühe war es weit genug, dass ich hindurchschlüpfen konnte. Und da stand ich auf einmal vor meinem eigenen Tennisfeld.

Versteckte Gartenpforte
Wohn führt dieses alte Tor?

Mein eigener Tennisplatz

Das wird bestimmt eine Menge Arbeit, den wieder herzurichten, dass man darauf spielen kann. Ich habe ja noch nie Tennis gespielt, aber meine Freundin Franzi hat mir angeboten, es mir beizubringen. Franzi ist ja sehr sportlich. Bis jetzt haben wir allerdings nur ein paar Mal Federball auf dem Platz gespielt. Das hat schon viel Spass gemacht; wir sind ganz ungestört, und der Platz liegt herrlich schattig zwischen den Bäumen.

Mein alter Tennisplatz

Wenn wir fertig mit dem Tennisplatz sind, mache ich ein paar Fotos und zeige sie euch hier. Bis dahin kann ich Euch allen nur raten:

Schaut immer mehrfach nach, ihr habt vielleicht mehr, als ihr dachtet!