Gisbert war heute nicht brav

Gisborg juckt das Fell

Die meisten von euch kennen sicher schon Gisbert, denn ich habe ja schon öfter von ihm erzählt. Wenn nicht: Gisbert ist ein kleiner Esel, der hier in meinem Garten schon lange zuhause ist. Er ist sogar länger da als ich, denn ich habe ihn mit dem Hof übernommen.

Tja, und da meint Gisbert eben oft, dass er einfach alles machen kann, was er will. Doch diesmal hat er es wirklich übertrieben!

Das Zusammenleben mit so vielen verschiedenen Tieren wie auf meinem Hof ist manchmal wirklich nicht leicht. So viel Spaß ich an ihnen habe, ab und zu treiben sie mich doch auch zur Verzweiflung. Ich versuche dann immer mich zu erinnern, dass jeder meiner Mitbewohner seine besonderen Eigenarten hat. Gisbert liebt es ab und zu, sich auf dem Rücken liegend auf dem Boden zu wälzen; wenn es ihn mal juckt und ich nicht rechtzeitig da bin, um sein graubraunes Fell zu kratzen.

Kontrollgang

Heute war wieder einmal dieser Tage, und Gisbert hatte sich ordentlich im Dreck gesuhlt. Zudem war der Boden vom warmen Morgenregen noch etwas feucht, mit dem Ergebnis, dass das Fell nun richtig schön verschmutzt war. Wenigstens war das Jucken sicher verschwunden. Das Eselchen muss nun zufrieden seinen täglichen Kontrollgang über den Hof angetreten haben. Wie gesagt, Gisbert betrachtet sich schon ein bisschen als Gutsherr, und ohne Kontrolle geht es nun einmal nicht. Zuerst überzeugt er sich immer vom ordentlichen Zustand der Scheune, un danach geht es über die Wiese Richtung Gutshaus, und kein Kontrollgang wäre vollständig ohne Besichtigung der Küche!

Meine Küche

Frisches Gemüse
Frisches Gemüse steht in meiner Küche immer bereit

Hier muss ich nun sagen, dass ich auch nicht aufgepasst habe. Wenn ich koche, dann lasse ich die Tür zum Kräutergarten immer offen stehen, da ich bei der Arbeit am Herd immer neue Ideen habe und dann gleich die benötigten frischen Kräuter pflücke. Und so kam es, dass Gisbert die Gelegenheit ergriff, um sich in der Küche am Gemüsekorb zu bedienen.

Leider hatte wohl ein Insekt die „Reinigungsprozedur“ im Schlamm überstanden. Jedenfalls schien irgendetwas meinen Mitbewohner und Besucher kräftig zu zwicken, und mit einem lauten „I-AAH“ schüttelte sich Gisbert kräftig, so wie mein kleiner Dackel, wenn er aus einem Bad in einem See geklettert ist.

Oh nein, alles schmutzig!

Oh nein! Der ganze Dreck löste sich aus Gisberts Fell und flog in allen Richtungen davon. Wände, Fenster und Decke, ja auch Herd und Kochtopf, alles voller Schmutz und Erde, und ich mittendrin.

Natürlich habe ich ordentlich geschimpft mit Gisbert. Doch der ließ meine Tirade stoisch über sich ergehen, und auch von meinem drohenden Zeigefinger ließ er sich nicht beeindrucken. Stattdessen wackelte er nur mit Ohren und Schwanz und sah mich nur mit seinen großen Augen erstaunt an

Wer kann bei diesem Blick lange böse sein?

Naja, ich muss zugeben, es war ja auch meine eigene Schuld. Als sich meine erste Aufregung gelegt hatte, schob ich Gisbert aus der Küche (wobei ich leider auch einige frische Karotten als Lockmittel benutzen musste). Danach besah ich mir die Bescherung. Das Essen war leider nicht mehr zu retten!

Mir blieb nicht Anders übrig, meine Ärmel hochzukrempeln und mit der Putzarbeit zu beginnen. Als ich abends damit fertig war, klebte ich noch einen Zettel an die Tür:

Tür bitte
immer
geschlossen
halten!